Meine Arbeit

22.03.04

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1993 führte mich ein "Zufall" nach Armenien. Meine Aufgabe war, in der größten Klinik Jerewans (Eriwan), in der Erebuni-Klinik, einen Einführungskurs in Akuthomöopathie durchzuführen. 20 ÄrztInnen waren sehr daran interessiert und so arbeiteten wir drei Wochen nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Es wurden uns während des Unterrichts immer wieder Patienten zur Türe herein geschoben, für die es keine Hilfe in der Klinik gab. Keine Hilfe hieß ganz einfach, keine Arzneien, keine Geräte, kein Strom, kein Wasser usw. Armenien war zu dieser Zeit (teilweise auch heute noch) in einem wirtschaftlich und politisch desolaten Zustand. Das Volk hatte noch nicht das schwere Erdbeben von 1988 verarbeitet und es musste sich, seit dem Zerfall der Sowjetunion, mit dem Krieg um die Enklave Berg-Karabach gegen Aserbeidschan abfinden. So sah ich in dieser Klinik auch einige junge Soldaten mit schweren Verletzungen, Amputationen u.Ä. Es gab kein Verbandsmaterial, die Wunden wurden mit alten Stofffetzen umwickelt. Für mich, die aus einem "heilen" Land kam, oft ein furchtbarer und betroffener Anblick.

Während unseres Unterrichts gab es einige schöne Schlüsselerlebnisse mit homöopathischen Behandlungen, so dass teilnehmende Ärzte sich für die Homöopathie begeistern konnten. Und so war am Ende meines Aufenthaltes die Frage "Sabina, kommen Sie wieder?". Ich bin natürlich wiedergekommen, denn wer einmal in Armenien war, kann dieses Land nicht so schnell wieder loslassen. Es ist wie eine Kerze, die angezündet wird und immer brennt. So war ich inzwischen 22 mal in Armenien und meine Liebe zu diesem Land, zu diesem Volk und zu dieser Arbeit ist immer noch ungebrochen. Es ist ein Teil meines Lebens geworden.

Seit 2001 haben wir nun einen Lehrstuhl für Homöopathie in Armenien und seit 2002 ist die Homöopathie als zweisemestriges Studium staatlich anerkannt. Das bedeutet, dass man nach Abschluss des üblichen medizinischen Studiums einen Facharzt für Homöopathie durch dieses Studium erwerben kann. International gesehen ein unglaublicher Erfolg, da es bisher in wenigen Ländern diese staatliche Anerkennung gibt. Alle Vorträge des Lehrplans habe ich in Anlehnung an internationale Richtlinien geschrieben.

Seit 1996 hatten wir eine homöopathische ambulante Abteilung in der Klinik Erebuni. Diese wurde nun im Oktober 2003 auf drei Behandlungszimmer und einen Unterrichtsraum erweitert. Dort finden auch monatliche Treffen der homöopathischen ÄrztInnen statt. In diesen 10 Jahren wurden ungefähr 50 ÄrztInnen in einem 3-jährigen Kurs ausgebildet. Die Funktion der Erebuni-Schule hat nun die Lehrstuhlarbeit übernommen. Die Leitung der Abteilung obliegt der Ärztin (Kardiologin und Homöopathin) Mariam Gharabaghtzyan. Für die bisher ausgebildeten HomöopathInnen gibt es zweimal jährlich eine Fortbildung von ausländischen Homöopathen.

Im Oktober 2003 konnten wir mit großer Freude einen internationalen Homöopathie-Kongress durchführen. Hierzu Informationen unter "Nor Arew".

Wenn Sie sich für weitere Informationen über dieses Objekt interessieren, so klicken Sie auf den Link "Nor Arew". Dort können Sie sich ausführlich informieren.

Natürlich hat zuhause meine Praxisarbeit trotz dieses Projektes ihren normalen Verlauf genommen. Außer meiner täglichen Praxistätigkeit habe ich mich seit ca. 15 Jahren der Information über die Homöopathie für Patienten gewidmet. Meine Vorträge beinhalteten nicht nur Akuthomöopathie, sondern auch Seminare über die "Miasmenlehre". Für mich war und ist es immer noch wichtig, Patienten ein gewisses Grundwissen über die Homöopathie zu vermitteln. Sie sollen über den Sinn der Konstitutionsbehandlung etwas kennenlernen und über das, was die Homöopathie unter dem Begriff "chronische Krankheit" versteht. Durch diese Seminare, die teilweise in Zyklen angeboten wurden, bekamen meine Patienten mehr Verständnis über ihre Behandlung. Wenn man über bestimmte Vorgänge und Abläufe mehr weiß, so kann man seine Ängste abbauen. Und da durch unsere Medien der Bevölkerung immer mehr Ängste über alle möglichen Krankheiten usw. vermittelt werden, konnte ich durch diese Seminare meinen Patienten ein anderes Selbstbewusstsein vermitteln. Sie gehen anders mit Fieber, Erkältungen, Hauterkrankungen u.Ä. um und versuchen nicht, z.B. Reaktionen auf der Haut mit Salben zu vertreiben, was uns unsere Arbeit immer wieder erschwert. Da ich sehr viele Kinder behandle, ist es für mich immer wieder sehr schön zu erkennen, wie Kinder in der homöopathischen Behandlung aufblühen und nach und nach von den "Altlasten" befreit werden. Für mich ist die Behandlung von Kindern etwas ganz bedeutendes, denn sie sind unsere Zukunft.

So kann ich bis jetzt zufrieden auf eine lange Arbeit mit der Homöopathie zurückblicken und bin dankbar, ihr begegnet zu sein.

 

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Stand: 22.03.04